Was die FBA-Gebühr abdeckt
Wenn du über Versand durch Amazon (FBA) verkaufst, berechnet Amazon je verkaufter Einheit eine FBA-Versandgebühr. Sie deckt Kommissionierung, Verpackung und Versand an den Kunden ab. Sie kommt zusätzlich zur Verkaufsgebühr nach Kategorie und ist wie diese ohne Umsatzsteuer angegeben.
Anders als die Verkaufsgebühr hängt die FBA-Gebühr nicht vom Preis ab, sondern vom Paket. Ein Artikel für 9,99 € und einer für 99,99 € zahlen dieselbe FBA-Gebühr, wenn ihre Pakete gleich groß und gleich schwer sind. Deshalb trifft sie günstige Artikel prozentual viel härter.
Wovon die FBA-Gebühr abhängt
Größenklasse
Amazon ordnet jeden Artikel anhand seiner Paketmaße einer Größenklasse zu, grob von kleinen Umschlägen über Standardpakete bis zu Übergrößen. Innerhalb einer Größenklasse gibt es Gewichtsstufen. Die genauen Grenzen und Tarife veröffentlicht Amazon in Seller Central in den Gebührenübersichten für Versand durch Amazon. Sie werden regelmäßig angepasst, deshalb solltest du sie dort nachlesen und nicht aus alten Tabellen übernehmen.
Gewicht
Innerhalb der Größenklasse zählt das Versandgewicht, also Artikel plus Verpackung. Bei größeren Paketen kann Amazon statt des tatsächlichen Gewichts ein aus den Maßen berechnetes Volumengewicht ansetzen, wenn das höher ist. Ein leichtes, aber sperriges Produkt kann daher teurer werden als ein kleines, schweres.
Paketmaße statt Produktmaße
Maßgeblich sind die Maße der verpackten Einheit, so wie sie im Amazon-Lager ankommt, nicht die Maße im Produktdatenblatt. Die längste Seite entscheidet oft über den Sprung in die nächste Größenklasse. Ein Zentimeter mehr Karton kann deshalb eine ganze Stufe kosten.
Amazon vermisst Artikel in den Logistikzentren selbst. Weichen die gespeicherten Werte von der Wirklichkeit ab, zahlst du unter Umständen dauerhaft eine zu hohe Gebühr. In Seller Central kannst du die hinterlegten Maße prüfen und bei offensichtlichen Fehlern eine Überprüfung anstoßen.
Wie der Arbitragex-Rechner die FBA-Gebühr schätzt
Der Amazon-FBA-Rechner kennt keine exakte Tarifstufe für deinen Artikel, weil er die Größenklasse ohne alle drei Maße nicht sicher bestimmen kann. Er schätzt die Gebühr stattdessen aus echten FBA-Gebühren von 11.542 Vergleichsartikeln (Stand 24.09.2026), die über Amazons Gebührenschnittstelle mit Paketmaßen und Gewicht abgefragt wurden.
So funktioniert die Schätzung:
- Gesucht werden Artikel mit ähnlichem Gewicht (±20 %, mindestens ±40 g) und ähnlicher längster Seite (±25 %).
- Gibt es weniger als 12 Treffer, wird das Fenster schrittweise vergrößert.
- Ausgegeben wird der Median der Treffer, dazu die Spannweite vom unteren zum oberen Viertel.
Das ist bewusst eine Schätzung und kein Tarif. Kennst du deine FBA-Gebühr schon, zum Beispiel aus Seller Central, trägst du sie im Rechner direkt ein, dann wird nicht geschätzt.
Beispiele aus den Vergleichsdaten
Diese Werte liefert die Schätzung mit dem Datenstand 24.09.2026 (netto, je Einheit):
| Längste Seite | Gewicht | Median | Spannweite | Vergleichsartikel |
|---|---|---|---|---|
| 20 cm | 300 g | 3,47 € | 3,18–3,54 € | 580 |
| 25 cm | 400 g | 3,47 € | 3,45–3,57 € | 462 |
| 35 cm | 400 g | 3,49 € | 3,45–3,99 € | 171 |
| 45 cm | 1.500 g | 4,63 € | 4,01–5,08 € | 412 |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens liegen viele kleine Standardpakete eng beieinander. Zweitens wird die Spannweite mit wachsender längster Seite breiter: Bei 35 cm und 400 g reicht das obere Viertel bis 3,99 €, obwohl der Median kaum steigt. Das ist der Bereich, in dem einzelne Artikel bereits in einer höheren Größenklasse landen.
Was das für den Gewinn bedeutet
Nimm ein Spielzeug für 29,99 € mit 12 € Einkauf (netto, regelbesteuert). Bei 25 cm und 400 g schätzt der Rechner 3,47 € FBA-Gebühr, der Gewinn liegt bei 5,23 € (Marge 17,4 %). Ist das Paket 45 cm lang und 1.500 g schwer, steigt die Schätzung auf 4,63 € und der Gewinn fällt auf 4,07 € (Marge 13,6 %). Vergleiche selbst: kleines Paket und großes Paket.
Lagergebühren und Langzeitlagergebühren
Neben der Gebühr je Verkauf berechnet Amazon Kosten für die Zeit, die deine Ware im Lager liegt. Diese Kosten sind im FBA-Rechner nicht enthalten und hängen stark davon ab, wie schnell du verkaufst.
Monatliche Lagergebühr
Die monatliche Lagergebühr richtet sich nach dem Volumen, das deine Einheiten im Durchschnitt belegen. In den Monaten des Weihnachtsgeschäfts liegt sie laut Amazon höher als im Rest des Jahres. Ein sperriger Artikel, der langsam dreht, kann dadurch einen großen Teil seiner Marge verlieren, obwohl die FBA-Gebühr je Verkauf harmlos aussieht.
Gebühren für Langzeitlagerbestand
Liegt Ware länger als eine von Amazon festgelegte Zeit im Lager, kommen Zuschläge für Langzeitlagerbestand hinzu. Die Altersstufen und Beträge stehen in Seller Central und haben sich in den letzten Jahren mehrfach geändert. Den aktuellen Lagerbestand nach Alter zeigt dir der Bestandsbericht in Seller Central. Amazon kann außerdem weitere bestandsbezogene Gebühren erheben, deren aktuelle Liste ebenfalls dort steht.
So senkst du deine FBA-Kosten
- Verpackung prüfen: Ein kleinerer Karton oder weniger Füllmaterial kann die längste Seite oder das Gewicht unter die nächste Stufe bringen.
- Hinterlegte Maße kontrollieren: Stimmen die Werte in Seller Central nicht mit dem echten Paket überein, lass sie überprüfen.
- Nicht zu viel einlagern: Schicke nur so viel ein, wie du in absehbarer Zeit verkaufst. Das spart Lager- und Langzeitlagergebühren.
- Langsamdreher früh entscheiden: Preis senken, zurücksenden oder entsorgen lassen, bevor Langzeitzuschläge anfallen. Was sich rechnet, hängt vom Einzelfall ab.
- Günstige, große Artikel meiden: Die FBA-Gebühr ist preisunabhängig. Bei niedrigen Verkaufspreisen frisst sie einen großen Anteil des Erlöses.
- Versand zum Lager einrechnen: Die Kosten für den Transport ins Amazon-Lager kannst du im Rechner je Stück angeben.
Falsche Gebühren und Erstattungen
Da Amazon Maße und Gewichte selbst erfasst, lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf die tatsächlich abgerechneten FBA-Gebühren je Artikel. Weicht die Gebühr eines Artikels plötzlich ab, obwohl sich an Produkt und Verpackung nichts geändert hat, ist das ein Grund, in Seller Central nachzuhaken. Ähnliches gilt für verlorene oder beschädigte Lagerware, für die Amazon unter bestimmten Bedingungen erstattet.
Wenn du Arbitrage betreibst, gehört die FBA-Gebühr schon vor dem Einkauf in die Kalkulation. Wie Marge und ROI dabei zusammenspielen, steht im Ratgeber Amazon Arbitrage in Deutschland.
Echte FBA-Gebühren je SKU sehen
Die Schätzung im Rechner hilft bei der Einkaufsentscheidung. Für Artikel, die du schon verkaufst, zählt, was Amazon wirklich berechnet hat. Das Arbitragex-FBA-Cockpit liest die echten Gebühren je SKU aus deinem Seller-Konto, zeigt den Gewinn pro Artikel und listet Erstattungen, die Amazon dir schuldet.