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Amazon Freischaltung (Ungating): So gehst du vor

Stand 25.09.2026 · Arbitragex-Ratgeber

Gleich selbst rechnen: Mit dem kostenlosen Amazon-FBA-Rechner siehst du Verkaufsgebühr, FBA-Gebühr, Gewinn, Marge und ROI für deinen Artikel – ohne Anmeldung.

Warum Amazon Marken und Kategorien sperrt

Nicht jedes Verkäuferkonto darf jedes Produkt anbieten. Amazon beschränkt bestimmte Kategorien, Marken und einzelne Artikel und verlangt vorher eine Freischaltung, im Händlerjargon „Ungating“. Die Gründe sind nachvollziehbar: Schutz vor Fälschungen, Produktsicherheit, rechtliche Anforderungen in bestimmten Warengruppen und Beschwerden von Markeninhabern.

Für dich als Händler heißt das: Ein Artikel kann sich rechnen, aber du darfst ihn trotzdem nicht listen. Welche Einschränkungen genau gelten, ändert sich immer wieder und kann sich je nach Konto unterscheiden. Verlass dich deshalb nicht auf Listen aus Foren, sondern prüfe den konkreten Artikel in deinem Konto.

Kategorie, Marke oder Produkt

Sperren gibt es auf drei Ebenen, und sie können sich überlagern:

Eine Freischaltung für eine Kategorie bedeutet deshalb nicht automatisch, dass du alle Marken darin anbieten darfst. Umgekehrt kann eine Marke freigeschaltet sein, ein einzelnes Produkt dieser Marke aber trotzdem gesperrt bleiben.

So prüfst du, ob ein Artikel gesperrt ist

In Seller Central suchst du den Artikel über „Produkt hinzufügen“ per ASIN oder EAN. Amazon zeigt dir dann, ob du ihn direkt anbieten kannst oder ob eine Freischaltung nötig ist. Bei gesperrten Artikeln gibt es meist einen Link, über den du die Voraussetzungen siehst und den Antrag stellst.

Mach diese Prüfung vor dem Einkauf. Ware, die du nicht listen darfst, bindet Kapital und muss anderweitig verkauft werden. Wer Arbitrage betreibt, sollte die Prüfung fest in den Einkaufsablauf einbauen, siehe Amazon Arbitrage in Deutschland.

Welche Nachweise Amazon typischerweise verlangt

Die konkreten Anforderungen nennt Amazon im jeweiligen Antrag, und nur die sind verbindlich. Häufig geht es um folgende Punkte.

Rechnungen vom Hersteller oder Großhändler

Der wichtigste Nachweis ist in der Regel eine Rechnung, die belegt, dass du die Ware aus einer legitimen Lieferkette beziehst. Üblich sind Anforderungen wie:

Ob du Preise auf der Rechnung schwärzen darfst, steht ebenfalls in den Vorgaben des Antrags. Alles andere sollte unverändert und gut lesbar sein.

Autorisierung durch den Markeninhaber

Bei manchen Marken hilft eine schriftliche Erlaubnis des Markeninhabers oder eines autorisierten Distributors. Ob Amazon ein solches Schreiben akzeptiert und wie es aussehen muss, hängt vom Antrag ab.

Weitere Unterlagen

In regulierten Warengruppen können zusätzliche Dokumente verlangt werden, etwa Sicherheitsdatenblätter, Konformitätserklärungen oder Nachweise zur Produktsicherheit. Auch Programme wie Transparency, bei denen jede Einheit einen Code tragen muss, können beim Verkauf einer Marke eine Rolle spielen.

Der Antrag Schritt für Schritt

Ein Beispiel für die Vorab-Kalkulation

Angenommen, du willst einen Drogerieartikel für 12,99 € verkaufen, kaufst ihn für 4 € netto ein und rechnest mit 3,00 € FBA-Gebühr. Die Verkaufsgebühr liegt in Beauty, Drogerie & Körperpflege bei diesem Preis bei 15 % auf den ganzen Preis, also 1,95 €, weil der Preis über der 10-€-Schwelle liegt. Regelbesteuert bleiben 1,97 € Gewinn je Stück, 15,1 % Marge und 49,1 % ROI; der Break-even-Einkaufspreis liegt bei 5,97 €. Beispiel im FBA-Rechner prüfen. Ob sich eine Mindestabnahme für die Freischaltung lohnt, hängt dann davon ab, wie schnell du die Menge verkaufen kannst. Warum die 10-€-Grenze hier so viel ausmacht, erklärt der Ratgeber Amazon-Verkaufsgebühren 2026.

Häufige Gründe für eine Ablehnung

Eine Freischaltung ist nie garantiert, auch nicht mit korrekten Unterlagen. Plane sie als Möglichkeit ein, nicht als sicheren Schritt.

Was du vermeiden solltest

Nach der Freischaltung

Auch nach einer erfolgreichen Freischaltung können einzelne Artikel oder Marken später wieder eingeschränkt werden, etwa nach Beschwerden. Behalte deine Rechnungen daher griffbereit und ordne sie den Artikeln zu. Sie helfen dir auch bei Echtheitsbeschwerden und bei Erstattungsfällen, in denen Amazon einen Einkaufsnachweis verlangt.

Für die laufende Kalkulation brauchst du neben der Verkaufsgebühr die FBA-Gebühr nach Paketmaß, siehe FBA-Gebühren und Größenklassen. Für einen schnellen Check vor dem Einkauf genügt der kostenlose Amazon-FBA-Rechner.

Freigeschaltete Artikel im Blick behalten

Wenn die Ware verkauft wird, zählen die tatsächlich abgerechneten Beträge. Das Arbitragex-FBA-Cockpit zeigt die echten Gebühren und den Gewinn je SKU direkt aus deinem Seller-Konto und listet Erstattungen, die Amazon dir schuldet, etwa für verlorene oder beschädigte Lagerware.

Häufige Fragen

Was bedeutet Ungating bei Amazon?

Ungating ist der Händlerbegriff für die Freischaltung gesperrter Kategorien, Marken oder Produkte. Du stellst dafür in Seller Central einen Antrag und reichst die Nachweise ein, die Amazon dort verlangt.

Welche Rechnungen akzeptiert Amazon für eine Freischaltung?

In der Regel Rechnungen von Herstellern oder Großhändlern, deren Angaben zu deinem Verkäuferkonto passen und deren Lieferant überprüfbar ist. Die verbindlichen Anforderungen, etwa zu Zeitraum und Menge, stehen im jeweiligen Antrag.

Reicht ein Kassenbon für die Freischaltung?

Meist nicht. Kassenbons und Rechnungen von Einzelhändlern werden häufig nicht als Nachweis einer legitimen Lieferkette anerkannt.

Ist eine Freischaltung garantiert, wenn die Unterlagen stimmen?

Nein. Amazon entscheidet im Einzelfall und kann auch bei vollständigen Unterlagen ablehnen. Freischaltungen können später auch wieder eingeschränkt werden.

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