Retail Arbitrage heißt: Du kaufst Markenware im Laden reduziert ein und verkaufst sie mit Gewinn weiter, meist über Amazon FBA. In Deutschland ist das grundsätzlich erlaubt. Ob es sich lohnt, entscheiden drei Dinge: der Gewinn nach allen Gebühren, die Kosten deiner Tour und der Beleg von der Kasse.
Dieser Ratgeber (Stand 31.10.2026) rechnet mit den Hochsaison-Tarifen und dem Kraftstoff- und Logistikzuschlag von 2 %, der ab dem 2. November 2026 gilt. Die zehn englischsprachigen Anleitungen, die wir dafür ausgewertet haben, zielen meist auf die USA oder Großbritannien. Hier steht deshalb, was in Deutschland zählt: Regalpreis-Grenze, Tourkosten, Kassenbon und Vorsteuer. Den Überblick über alle Modelle liefert der Ratgeber Amazon Arbitrage in Deutschland.
Was ist Retail Arbitrage?
Retail Arbitrage nutzt Preisunterschiede zwischen dem Laden und dem Marktplatz. Du findest im Abverkauf einen Artikel unter dem Amazon-Preis, kaufst ihn in der Filiale und schickst ihn ins Amazon-Lager. Anders als bei Private Label baust du keine eigene Marke auf, sondern verkaufst fremde Originalware an ein bestehendes Angebot.
Der englische Begriff kommt von „retail“ für Einzelhandel. Der nächste Verwandte ist Online Arbitrage: gleiche Idee, aber der Einkauf läuft über Webshops. Für dich als Einsteiger ändern sich dadurch vor allem Zeitaufwand und Beleg.
| Merkmal | Retail Arbitrage | Online Arbitrage |
|---|---|---|
| Einkauf | Filiale, Abverkauf, Restposten | Webshop, Aktion, Gutschein |
| Größter Kostenblock neben dem EK | Fahrt und Zeit vor Ort | Versandkosten des Shops |
| Prüfung des Artikels | vor dem Kauf in der Hand | erst nach dem Wareneingang |
| Typischer Beleg | Kassenbon | Rechnung des Shops |
| Menge | begrenzt durch Filialbestand | oft mehrere Stück je Bestellung |
| Wiederholbarkeit | gering, je Filiale verschieden | je nach Shop und Aktion |
Ist Retail Arbitrage auf Amazon erlaubt?
Grundsätzlich ja. Originalware, die mit Zustimmung des Markeninhabers in der EU oder im EWR in Verkehr gebracht wurde, darfst du nach § 24 MarkenG weiterverkaufen. Amazon setzt zusätzlich eigene Grenzen: Marken und Kategorien können gesperrt sein, die Ware muss als „Neu“ durchgehen, und im Streitfall musst du die Herkunft belegen.
In den von uns geprüften Amazon-Richtlinien steht kein generelles Verbot von Retail Arbitrage. Die Richtlinie gegen Produktpiraterie verlangt aber, dass du nur authentische Produkte beziehst und verkaufst. Genau hier liegt das Risiko: In einem rund zwei Jahre alten Thread im Amazon-Seller-Forum berichten Verkäufer, dass Rechnungen und Bons großer Händler bei Kontosperrungen nicht anerkannt wurden. Das ist ein Forumsbericht aus dem Ausland, keine Amazon-Regel, aber er passt zu den Nachweispflichten weiter unten.
§ 24 Abs. 2 MarkenG nennt außerdem Ausnahmen, etwa wenn der Zustand der Ware nach dem Inverkehrbringen verändert wurde. Ob du einen Artikel überhaupt anbieten darfst, prüfst du laut Amazon über „Produkte hinzufügen“ in Seller Central. Mach das vor dem Kauf, denn gesperrte Ware im Einkaufswagen ist gebundenes Kapital. Wie du eine Sperre aufhebst, steht im Ratgeber Amazon Freischaltung.
Wie rechnest du Retail Arbitrage richtig?
Du rechnest vom Nettoerlös aus: Verkaufspreis geteilt durch 1,19, minus Einkauf netto, Verkaufsgebühr, FBA-Gebühr und Versand ins Lager. Regelbesteuert zählt auch der Einkauf netto, denn die Vorsteuer holst du dir zurück. Ein Regalpreis von 14,99 € ergibt so bei 29,99 € Verkaufspreis 3,99 € Gewinn.
Das folgende Beispiel ist eine Beispielrechnung, kein realer Deal. Annahmen: regelbesteuert, Spielzeug-Set, Standardpaket bis 400 g, Lager nur in Deutschland, 0,40 € Versand ins Lager je Stück. Die Verkaufsgebühr von 15 % gilt für Spielzeug und ist im Ratgeber Amazon Verkaufsgebühren erklärt. Die FBA-Gebühr von 3,64 € in der Hochsaison und 3,42 € danach stammt aus der Tarifkarte für Europa, die Stufen erklärt der Ratgeber zu den FBA-Gebühren und Größenklassen. Die Spalte ab 15.01.2027 gilt, solange Amazon Tarif und Zuschlag bis dahin nicht ändert. Alle Beträge sind auf Cent gerundet.
| Posten | Hochsaison bis 14.01.2027 | ab 15.01.2027 |
|---|---|---|
| Verkaufspreis brutto | 29,99 € | 29,99 € |
| Nettoerlös (÷ 1,19) | 25,20 € | 25,20 € |
| − Regalpreis 14,99 € netto | 12,60 € | 12,60 € |
| − Verkaufsgebühr 15 % | 4,50 € | 4,50 € |
| − FBA-Gebühr inkl. 2 % Zuschlag | 3,71 € | 3,49 € |
| − Versand ins Lager (Annahme) | 0,40 € | 0,40 € |
| Gewinn je Stück | 3,99 € | 4,21 € |
| Marge auf den Verkaufspreis | 13,3 % | 14,0 % |
| ROI auf den Einkauf netto | 31,7 % | 33,4 % |
Der häufigste Fehler steckt in der ersten Zeile: 29,99 € sind nicht dein Erlös, denn die Umsatzsteuer gehört dem Finanzamt. Rechne mit eigenen Maßen und deiner Kategorie im kostenlosen ArbitrageX-FBA-Rechner nach, bevor du an der Kasse stehst. Wenn du Kleinunternehmer bist, gilt eine andere Rechnung, weil du keine Vorsteuer ziehst. Den Unterschied zeigt der Ratgeber Amazon Umsatzsteuer und echte Marge.
Welcher Regalpreis ist im Laden noch ein Kauf?
Die Regalpreis-Grenze ist der höchste Bruttopreis, bei dem dein Wunschgewinn übrig bleibt. Du rechnest: Nettoerlös minus Gebühren, minus Versand ins Lager, minus Wunschgewinn, das Ergebnis mal 1,19. Bei 29,99 € Verkaufspreis und 5 € Wunschgewinn liegt sie in der Hochsaison bei 13,79 €.
Im Laden hast du keine Zeit für eine ganze Kalkulation. Darum lohnt es sich, die Grenze vorab für deine typischen Preislagen zu kennen. Die Tabelle nutzt dieselben Annahmen wie oben: 15 % Verkaufsgebühr, Standardpaket bis 400 g, 0,40 € Versand ins Lager, 5 € Gewinn je Stück.
| Amazon-Preis | Nettoerlös | Verkaufsgebühr | Grenze Hochsaison | Grenze ab 15.01.2027 |
|---|---|---|---|---|
| 19,99 € | 16,80 € | 3,00 € | 5,58 € | 5,84 € |
| 29,99 € | 25,20 € | 4,50 € | 13,79 € | 14,06 € |
| 39,99 € | 33,61 € | 6,00 € | 22,01 € | 22,27 € |
| 49,99 € | 42,01 € | 7,50 € | 30,22 € | 30,49 € |
Die Zahlen zeigen, warum günstige Artikel selten passen. Bei 19,99 € müsste der Artikel unter 30 % des Amazon-Preises im Regal stehen, bei 49,99 € reichen etwa 60 %. Die FBA-Gebühr hängt eben nicht vom Preis ab. Für Artikel bis 20 € kann der Niedrigpreis-Tarif die Grenze etwas anheben, wenn Kategorie und Maße passen.
Die Grenze gilt nur für deine Annahmen. Ein größeres Paket, eine andere Kategorie oder ein fallender Amazon-Preis verschieben sie sofort. Du kannst Gebühren unterwegs auch direkt in ChatGPT und Claude rechnen oder den Profit-Rechner als Chrome-Erweiterung am Schreibtisch nutzen.
Ab wie vielen Stück lohnt sich eine Tour?
Eine Tour lohnt sich, wenn die gefundenen Stücke mehr Gewinn bringen, als Fahrt und Zeit kosten. Bei 40 Kilometern, 2,5 Stunden und einem Wunsch-Stundensatz von 15 € sind das 49,50 €. Mit 3,99 € Gewinn je Stück brauchst du dafür 13 Stück, sonst arbeitest du unter deinem Stundensatz.
Fahrt und Zeit kommen in den von uns ausgewerteten Anleitungen höchstens am Rand vor. Dabei sind sie der größte Unterschied zum Einkauf im Webshop. Die Annahmen sind frei gewählt, setze deine eigenen ein: 40 km zu 0,30 € sind 12 €, dazu 2,5 Stunden Fahrt, Suche und Vorbereitung zu 15 € sind 37,50 €.
| Stück je Tour | Tourkosten je Stück | Gewinn je Stück nach Tour | Ergebnis der Tour |
|---|---|---|---|
| 5 | 9,90 € | −5,91 € | −29,55 € |
| 10 | 4,95 € | −0,96 € | −9,60 € |
| 13 | 3,81 € | 0,18 € | 2,37 € |
| 20 | 2,48 € | 1,52 € | 30,30 € |
| 30 | 1,65 € | 2,34 € | 70,20 € |
Ohne Stundensatz sieht jede Tour besser aus, als sie ist. Rechnest du nur die Fahrt, reichen schon 4 Stück. Dann arbeitest du aber umsonst.
Reicht ein Kassenbon als Beleg für Amazon?
Für die Buchhaltung oft ja, für Amazon meist nicht. Bei Widersprüchen gegen Richtlinienverstöße, etwa nach Echtheitsbeschwerden, verlangt Amazon in vielen Fällen eine Rechnung mit Lieferanten-Kontaktdaten, bei den Beschaffungskosten zusätzlich Käufername, Anschrift und Identifikationsnummer. Ein normaler Kassenbon nennt keinen Käufer und selten alle Lieferantendaten. Lass dir deshalb bei größeren Käufen eine Rechnung auf deine Firma ausstellen.
Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Zweck, deshalb hilft ein einzelner Satz wie „Bon reicht nicht“ wenig. Die Tabelle fasst zusammen, was die Amazon-Hilfeseiten und das Umsatzsteuerrecht jeweils verlangen. Die Spalte zum Kassenbon ist unsere Einordnung der Regeln, keine Amazon-Aussage.
| Zweck | Was verlangt wird | Kassenbon | Rechnung auf deine Firma |
|---|---|---|---|
| Vorsteuerabzug | Rechnung nach § 14 UStG, bis 250 € Kleinbetragsrechnung | bis 250 € möglich | ja |
| Beschaffungskosten bei Amazon | Dokumentname, Nummer, Datum, Käufer und Aussteller mit ID, Produktcode, Stückpreis | scheitert meist am Käufer | möglich, wenn alle Felder da sind |
| Widerspruch bei Richtlinienverstoß | Datum innerhalb von 365 Tagen, ausreichende Menge, Produktkennung, Lieferantenkontakt | unsicher | möglich, Amazon kann trotzdem ablehnen |
| Freischaltung | je Antrag verschieden, siehe Ratgeber Freischaltung | meist nicht | oft nicht, Hersteller oder Großhändler sind der übliche Weg |
Amazon definiert Beschaffungskosten ausdrücklich als Kosten für den Bezug von einem Hersteller, Großhändler oder Wiederverkäufer. Ein Einkauf im Laden ist also nicht ausgeschlossen. Als Nachweis nennt Amazon aber Hersteller-, Großhändler-, Kauf- und Handelsrechnungen, Kassenbons stehen nicht in der Liste. Abgelehnt wird laut Amazon zudem ein Dokument ohne Käuferangaben oder mit einem Namen, der nicht zum registrierten Unternehmen passt, ebenso wenn die Produktangaben fehlen.
Auch der Lieferant selbst zählt: Amazon erwartet eine überprüfbare Webpräsenz des Lieferanten, etwa über Handelsregister oder Umsatzsteuer-ID, und meldet sich unter Umständen dort. Eine Filialkette erfüllt das eher als ein kleiner Restpostenladen. Sicher ist das nicht, deshalb sind gesperrte oder beschwerdefreudige Marken für Retail Arbitrage die falsche Wahl.
Wann kostet dich der Kassenbon die Vorsteuer?
Sobald ein Beleg über 250 € brutto liegt. Bis zu diesem Betrag gilt die Kleinbetragsrechnung nach § 33 UStDV, darüber brauchst du eine vollständige Rechnung mit deinem Namen und deiner Anschrift. Fehlen diese Angaben, steht die Vorsteuer auf dem Spiel, und aus 3,99 € Gewinn je Stück werden 1,60 €.
Im Beispiel kostet der Artikel 14,99 €. Bei 16 Stück liegt der Bon mit 239,84 € noch unter der Grenze, bei 17 Stück mit 254,83 € darüber. Die Tour aus dem vorigen Abschnitt mit 20 Stück kommt auf 299,80 €, darin stecken 47,87 € Vorsteuer. Das sind 2,39 € je Stück, also mehr als die Hälfte des Gewinns.
So gehst du mit der Grenze um:
- Frag vor dem Bezahlen, ob der Markt eine Rechnung auf deine Firma ausstellt. Danach wird es oft schwieriger.
- Nenne vollständigen Firmennamen und Anschrift genau so, wie sie in Seller Central stehen, damit der Beleg auch für Amazon passt.
- Prüfe bei Bons bis 250 € die Pflichtangaben aus § 33 UStDV: Name und Anschrift des Marktes, Datum, Menge und Art der Ware, Bruttobetrag, Steuersatz.
- Bewahre Rechnungen und Bons acht Jahre auf. Sie müssen über die ganze Frist lesbar bleiben, scanne Bons deshalb am selben Tag.
Der Vorsteuerabzug nach § 15 UStG setzt voraus, dass du regelbesteuert bist und eine ordnungsgemäße Rechnung besitzt. Ob einzelne Bons bei einem größeren Einkauf steuerlich anerkannt werden, klärst du mit deinem Steuerberater. Wir können das nicht pauschal beantworten. Dieser Ratgeber gibt Regeln und Gebühren allgemein wieder und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.
Welche Ware fällt bei Amazon durch?
Ware aus dem Abverkauf kann am Zustand scheitern, selbst wenn der Preis passt. Amazon lehnt laut Zustandsleitfaden Artikel ab, die der Händler als nicht verkaufbar gekennzeichnet hat, die mit Aufklebern unkenntlich gemacht wurden oder die nur noch begrenzt haltbar sind. Auch Sicherungsetiketten und Preisschilder dürfen nicht an der Ware bleiben.
Prüfe im Laden jeden dieser Punkte, bevor du die Ware in den Einkaufswagen legst:
- Preisaufkleber: Amazon akzeptiert laut Produktverpackungsrichtlinien keine Etiketten mit Preisauszeichnung, Preisschilder oder andere Aufkleber, die nicht von Amazon stammen. Lässt sich ein Rotpreis-Aufkleber nicht rückstandsfrei lösen, bleibt der Artikel im Regal.
- Sicherungsetiketten: Produkte dürfen laut Leitfaden für Zustandsangaben nicht mit RF-, RFID- oder akustisch-magnetischen Etiketten verkauft werden. Lass sie an der Kasse entfernen. Sitzt ein Etikett in der versiegelten Packung, bleibt der Artikel liegen.
- Beschädigte Verpackung: Ware mit Schäden oder Gebrauchsspuren darf nicht als „Neu“ angeboten werden. „Neu“ heißt laut Leitfaden unbenutzt, ungeöffnet und in Originalverpackung, eine vorhandene Herstellergarantie muss noch gelten. Eingedrückte Ecken sind beim Einzelkauf schnell übersehen.
- Beauty, Drogerie, Lebensmittel: Diese Kategorien sind nach dem Leitfaden auf Neuware beschränkt. Geöffnete oder angebrochene Packungen sind tabu, und je nach Produkt brauchst du zusätzlich eine Freischaltung.
- Mindesthaltbarkeit: Beim Eingang im Lager muss die Resthaltbarkeit den Verbrauchszeitraum um 90 Tage übersteigen. Laut Amazon sind es bei Snacks mindestens 90 Tage, bei Müsliriegeln 180 und bei Getränken 270. Reduzierte Ware kurz vor dem Datum fällt damit oft aus.
- Werbe- und Aktionsware: Artikel, die als Werbemittel oder Aktionspaket ausgegeben wurden, schließt der Leitfaden aus. Prüfe außerdem, ob ein Sonderbundle wirklich zur ASIN passt.
Rechne bei Größe und Gewicht mit, was du in der Hand hältst. Ein großer Karton für wenig Geld landet oft in einer teuren Stufe, weil Amazon bei Paketen den größeren Wert aus Stück- und Volumengewicht ansetzt. Den Rechenweg erklärt der Ratgeber zu den FBA-Gebühren.
So läuft eine Retail-Arbitrage-Tour ab
Plane die Tour wie einen Einkauf nach Liste: Filialen auswählen, jeden Fund scannen, gegen die Regalpreis-Grenze prüfen, Beleg sichern und die Ware innerhalb weniger Tage ins Lager schicken. So bleibt die Zeit in der Tourkosten-Rechnung und das Geld nicht unnötig lange in der Ware gebunden.
- Lege vorab Wunschgewinn, Stundensatz und Budget fest und schreib die Regalpreis-Grenzen für deine Preislagen auf.
- Wähle Filialen, die nah beieinander liegen. Jeder Umweg erhöht die Tourkosten je Stück.
- Scanne die EAN und prüfe die ASIN. Vergleiche Titel, Menge und Variante mit dem Artikel in deiner Hand.
- Prüfe über „Produkte hinzufügen“, ob du das Produkt anbieten darfst.
- Sieh dir Preisverlauf, Anzahl der Anbieter und Verkaufsrang an. Ein Preis, der erst seit gestern hoch ist, trägt keinen Einkauf.
- Rechne den Gewinn mit dem aktuellen Preis durch, nicht mit dem Höchstpreis der letzten Monate.
- Kontrolliere Verpackung, Aufkleber, Sicherungsetikett und Haltbarkeit.
- Kauf mit Testmenge und kläre den Beleg vor dem Bezahlen.
- Trage Einkauf, Menge und Beleg noch am selben Tag ein, solange du weißt, was wohin gehört.
- Schick die Ware gebündelt ins Lager und beobachte Preis und Absatz nach dem Wareneingang.
Eine Testmenge von wenigen Stück begrenzt den Schaden, wenn Amazon gerade mehrere neue Anbieter aufnimmt. Denselben Abverkauf finden auch andere Arbitrage-Händler, und jeder neue Anbieter kann den Preis drücken. Wie du Absatz und Marge einschätzt, zeigt der Ratgeber Amazon Arbitrage in Deutschland.
Was passiert bei Retouren, Verlust und Ladenhütern?
Auch nach dem Verkauf kostet Retail Arbitrage noch Geld. Zurückgesendete oder verlorene Ware belastet deine Marge, langsame Ware verursacht Lagerkosten. Weil deine Marge dünner ist als bei Großmengen, solltest du Erstattungen prüfen, Beschaffungskosten hinterlegen und Langsamdreher früh aus dem Lager holen.
Geht Ware im Lager verloren, erstattet Amazon laut FBA-Erstattungsrichtlinie die Beschaffungskosten. Hinterlegst du keine, nutzt Amazon eine eigene Schätzung. Wer im Laden billig kauft, sollte diesen Wert prüfen, denn ohne passenden Beleg kannst du eine zu niedrige Schätzung kaum korrigieren. Ein kostenloser Erstattungscheck zeigt dir mögliche offene Ansprüche.
Im vierten Quartal kostet der Lagerplatz laut Amazon-Gebührenseite deutlich mehr als im restlichen Jahr. Wie hoch die Tarife sind und welche Aufschläge bei langer Lagerzeit greifen, steht im Ratgeber Amazon Lagergebühren. Bleibt Ware liegen, kann ein Remissionsauftrag günstiger sein als weiteres Warten.
Das neue Programm Erstattung ohne Rücksendung rechnet sich vor allem, wenn Rücksendung und Bearbeitung mehr kosten, als der Artikel wert ist. Bei Arbitrage-Ware, die verkäuflich zurückkommen kann, trifft das eher nicht zu. Willst du Ware selbst versenden, vergleiche vorher beide Wege im Gebühren-Rechner FBA vs. FBM. Wenn du später mehrere Märkte bedienst, hilft der Ratgeber zu Amazon Pan-EU bei der Einordnung von Lager und Steuern.
Lohnt sich Retail Arbitrage 2026 noch?
Das hängt von deinem Stundensatz ab, nicht vom Modell. Retail Arbitrage funktioniert schon mit kleinen Mengen und zeigt dir schnell, wie Amazon rechnet. Es wächst aber nur begrenzt, weil Filialbestände endlich sind. Nimm es als Einstieg oder als Ergänzung, nicht als sicheres Einkommen.
Im Beispiel bringen 20 Stück nach Gebühren und Tourkosten 30,30 € über dem Stundensatz. Das setzt voraus, dass alle 20 Stück zum geplanten Preis verkaufen, keine Retoure kommt und die Lagerkosten klein bleiben. Eine feste Trefferquote können wir nicht nennen, weil sie von Region, Saison und Marke abhängt.
Für Retail Arbitrage spricht, dass du Ware vor dem Kauf in der Hand hältst und lokale Restposten weniger umkämpft sein können. Dagegen sprechen der Zeitaufwand und der schwache Beleg. Sinnvoll kann es deshalb sein, Filialfunde mit Online-Einkäufen zu kombinieren oder parallel Großhandelskontakte aufzubauen, deren Rechnungen bei Freischaltungen eher tragen.
Der Profi-Tarif kostet laut Amazon 39 € netto im Monat. Bei 3,99 € Gewinn je Stück sind das knapp 10 Verkäufe, bevor du überhaupt etwas verdienst. Dieser Wert gehört in deine Monatsplanung, auch wenn er nicht auf dem Bon steht.
Typische Fehler bei Retail Arbitrage
Wer brutto rechnet, Tourkosten weglässt, den Beleg ignoriert oder Rotpreis-Aufkleber unterschätzt, kauft Ware, die nur auf dem Papier gut aussieht. Diese acht Fehler kannst du schon vor der Kasse vermeiden.
- Bruttopreis als Erlös: Wer den Verkaufspreis nicht durch 1,19 teilt, überschätzt den Gewinn um fast 5 € bei 29,99 €.
- Tourkosten vergessen: Ohne Fahrt und Zeit sieht jeder Fund profitabel aus.
- Hochsaison ignoriert: Bis zum 14.01.2027 gelten höhere Sätze für viele Pakete, bei Umschlägen dagegen nicht.
- Beleg erst zu Hause geprüft: Eine Rechnung auf die Firma klärst du vor dem Bezahlen.
- 250-€-Grenze übersehen: Über dieser Summe trägt der einfache Bon die Vorsteuer nicht mehr.
- Aufkleber und Etiketten unterschätzt: Sie kosten Zeit in der Vorbereitung oder den ganzen Artikel.
- Freischaltung nicht geprüft: Gesperrte Ware liegt bei dir statt im Amazon-Lager.
- Höchstpreis als Verkaufspreis: Rechne mit dem Preis, der heute über mehrere Anbieter stabil ist.
Weitere Grundlagen zu Marge, Gebühren und Freischaltung findest du im Ratgeber-Bereich für FBA-Seller.
Mit ArbitrageX den Gewinn je SKU sehen
Die Rechnung vor dem Kauf ist eine Schätzung. Nach dem Verkauf zählt, was Amazon wirklich abgerechnet hat. ArbitrageX zeigt dir Gewinn je SKU und macht aus Lagerverlusten fertige Erstattungsfälle, den Fall eröffnest du selbst in Seller Central. Einkäufe ordnest du den SKUs zu und Belege den Einkäufen, damit du siehst, welche Einkäufe sich wirklich gelohnt haben.
ArbitrageX ansehen: Gewinn je SKU und Erstattungen in einem Cockpit