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Amazon Arbitrage in Deutschland: Einstieg, Marge und ROI

Stand 25.09.2026 · Arbitragex-Ratgeber

Gleich selbst rechnen: Mit dem kostenlosen Amazon-FBA-Rechner siehst du Verkaufsgebühr, FBA-Gebühr, Gewinn, Marge und ROI für deinen Artikel – ohne Anmeldung.

Was Amazon-Arbitrage ist

Bei Arbitrage kaufst du Markenware dort ein, wo sie gerade günstiger ist, und verkaufst sie auf Amazon zu einem höheren Preis. Du entwickelst kein eigenes Produkt, sondern hängst dich an bestehende Angebote an. Das macht den Einstieg niedrigschwellig, verschiebt die Arbeit aber auf zwei Dinge: gute Einkaufsquellen finden und sauber rechnen.

Online-Arbitrage

Du kaufst in Onlineshops, bei Aktionen, mit Gutscheinen oder im Abverkauf und lässt die Ware zu dir oder direkt zu einem Prep-Dienstleister liefern. Vorteil: Du kannst viele Shops in kurzer Zeit durchsuchen und Preise automatisiert vergleichen. Nachteil: Gute Deals sprechen sich schnell herum, und wenn viele Händler denselben Artikel einlagern, fällt der Preis auf Amazon.

Retail-Arbitrage

Du kaufst im Ladengeschäft, etwa bei Räumungsverkäufen oder reduzierten Restposten. Vorteil: Solche Angebote sind oft lokal und weniger umkämpft. Nachteil: Mehr Zeitaufwand je Artikel, und als Beleg bekommst du häufig nur einen Kassenbon.

Woran du einen brauchbaren Deal erkennst

Ein niedriger Einkaufspreis allein reicht nicht. Ein Artikel eignet sich für Arbitrage, wenn mehrere Punkte zusammenkommen:

Marge und ROI richtig rechnen

Die zwei wichtigsten Kennzahlen messen verschiedene Dinge:

Dazu kommt der Break-even-Einkaufspreis: der höchste Einkaufspreis, bei dem du gerade noch null Gewinn machst. Er ist beim Einkauf die schnellste Prüfung, ob ein Angebot überhaupt infrage kommt.

Was in den Gewinn gehört

Nicht in dieser Rechnung, aber im Monat relevant: Lagergebühren, Werbung, Retouren, Abschreibungen auf unverkäufliche Ware und die monatliche Grundgebühr des Verkaufstarifs.

Ein Rechenbeispiel zum Nachrechnen

Ein Spielzeug wird auf Amazon für 29,99 € verkauft. Du kannst es für 12 € netto einkaufen und bist regelbesteuert. Das Paket ist 25 cm lang und wiegt 400 g.

PostenBetrag
Verkaufspreis (brutto)29,99 €
− Umsatzsteuer 19 %4,79 €
= Erlös netto25,20 €
− Verkaufsgebühr (Spielzeug, 15 %)4,50 €
− FBA-Gebühr (Schätzung aus 462 Vergleichsartikeln)3,47 €
− Einkaufspreis12,00 €
Gewinn5,23 €

Daraus ergeben sich eine Marge von 17,4 %, ein ROI von 43,6 % und ein Break-even-Einkaufspreis von 17,23 €. Dieses Beispiel im FBA-Rechner öffnen.

Was sich schnell ändert

Rechne deshalb nicht nur mit dem aktuellen Amazon-Preis, sondern prüfe, wie viele Händler bereits anbieten und wie sich der Preis in den letzten Wochen entwickelt hat. Wie sich die Paketgröße auf die FBA-Gebühr auswirkt, zeigt der Ratgeber FBA-Gebühren und Größenklassen.

Rechtliche und praktische Fallstricke

Markenfreischaltung und gesperrte Artikel

Viele Marken, Kategorien und einzelne Produkte kann nicht jedes Verkäuferkonto sofort anbieten. Ob ein Artikel für dich freigeschaltet ist, siehst du in Seller Central, bevor du einkaufst. Prüfe das immer vor dem Kauf, sonst bleibst du auf der Ware sitzen. Wie der Antrag abläuft, steht im Ratgeber Amazon Freischaltung (Ungating).

Rechnungen statt Kassenbons

Für eine Freischaltung und bei Echtheitsbeschwerden verlangt Amazon in der Regel Rechnungen von Herstellern oder Großhändlern. Ein Kassenbon aus dem Einzelhandel oder eine Bestellbestätigung eines Onlineshops reicht dafür häufig nicht. Für die Buchhaltung brauchst du ordentliche Belege, und nur mit einer Rechnung, die die Umsatzsteuer ausweist, kannst du als regelbesteuerter Händler die Vorsteuer ziehen. Bewahre alle Einkaufsbelege auf und ordne sie den Artikeln zu.

Zustand der Ware

Als „Neu“ darfst du nur anbieten, was den Zustandsrichtlinien von Amazon für neue Artikel entspricht, also in der Regel unbenutzt und in der Originalverpackung. Beschädigte Verpackungen, entfernte Siegel oder Aufkleber des Vorverkäufers führen schnell zu Kundenbeschwerden. Die genauen Zustandsrichtlinien stehen in Seller Central.

Marken- und Preisrecht

Der Weiterverkauf von Originalware, die mit Zustimmung des Markeninhabers in der EU in Verkehr gebracht wurde, ist nach dem Erschöpfungsgrundsatz grundsätzlich zulässig. Trotzdem können Markeninhaber Beschwerden einreichen, und Amazon kann Angebote daraufhin sperren. Bei neuen Büchern gilt in Deutschland die Buchpreisbindung, Preisspielräume gibt es dort also nicht. Im Zweifel hol dir rechtlichen Rat.

Umsatzsteuer

Ob du regelbesteuert oder Kleinunternehmer bist, ändert die Rechnung spürbar. Im Beispiel oben ist der Einkaufspreis netto angesetzt. Wie du als Kleinunternehmer rechnest und welche typischen Fehler passieren, erklärt der Ratgeber Umsatzsteuer beim Amazon-Handel.

Einstieg: eine pragmatische Reihenfolge

Vom geschätzten zum echten Gewinn

Vor dem Einkauf reicht die Schätzung im kostenlosen FBA-Rechner. Nach dem Verkauf zählt, was Amazon tatsächlich abgerechnet hat. Das Arbitragex-FBA-Cockpit zeigt die echten Gebühren und den Gewinn je SKU aus deinem Seller-Konto, listet Erstattungen, die Amazon dir schuldet, und bringt zusätzlich Deals und Arbitrage-Treffer in dasselbe Cockpit.

Häufige Fragen

Ist Amazon-Arbitrage in Deutschland legal?

Der Weiterverkauf von Originalware, die mit Zustimmung des Markeninhabers in der EU in Verkehr gebracht wurde, ist grundsätzlich zulässig. Du musst aber Amazons Richtlinien einhalten, etwa zu Freischaltungen und Zustand, und Sonderregeln wie die Buchpreisbindung beachten. Im Zweifel hol dir rechtlichen Rat.

Was ist der Unterschied zwischen Marge und ROI?

Die Marge ist der Gewinn im Verhältnis zum Verkaufspreis, der ROI der Gewinn im Verhältnis zum Einkaufspreis. Im Beispiel mit 29,99 € Verkaufspreis und 12 € Einkauf sind das 17,4 % Marge und 43,6 % ROI.

Reicht ein Kassenbon als Nachweis für Amazon?

Für die Buchhaltung ist er ein Beleg, für Freischaltungen und bei Echtheitsbeschwerden verlangt Amazon aber in der Regel Rechnungen von Herstellern oder Großhändlern.

Was ist der Break-even-Einkaufspreis?

Der höchste Einkaufspreis, bei dem der Gewinn nach Umsatzsteuer und Amazon-Gebühren genau null ist. Im Beispiel liegt er bei 17,23 €.

Welche Kosten fehlen in einer einfachen Arbitrage-Rechnung?

Lagergebühren, Werbekosten, Retouren, unverkäufliche Ware und die monatliche Grundgebühr des Verkaufstarifs. Sie hängen von deinem Sortiment und deiner Umschlagsgeschwindigkeit ab.

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